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Riegenreise Turnerinnen B

Ursula Lötscher 02.09.2018

1./2. September 2018 in Madlainas Heimat.

Nach diesem heissen und trockenen Sommer kann man fast nicht glauben, dass wir ausgerechnet das so ziemlich regenreichste Wochenende erwischen mussten um das wunderschöne Engadin zu erkunden. Zum Glück waren alle mit guten Regenjacken, -schützen und –schirmen ausgerüstet, so dass einer stimmungsvollen Reise nichts im Wege stand. Wie immer war das Programm streng geheim. Wir wussten nur, dass wir am Samstag eine Wanderung machten und am Sonntag eher ruhig unterwegs waren. Wenn man ins Engadin will muss man früh raus. So trafen wir uns schon um 06.06 Uhr beim Schulhaus Carpe Diem. Zum Glück früh genug, damit auch eine Schlafmütze rechtzeitig geweckt werden konnte, damit sie den Bus noch erreichte. Nach einer kurzen Busfahrt nach Oensingen folgte eine lange Zugfahrt von Oensingen über Zürich, Chur nach Samedan. In der Zwischenzeit wurden wir mit feinen Brötli, einem Schoggistängeli und ein, zwei oder auch drei Becherli Röteli verpflegt. Mmmhhh! Damit es unterwegs nicht langweilig wurde, losten wir die Plätze jeweils nach 30 Minuten neu aus. So sass man immer wieder bei anderen Frauen und die Gesprächsthemen gingen nie aus.

In Samedan erwartete uns schon Madlainas Schwester mit ihren zwei Jungs und brachte uns den Gipfelwein, denn unser erstes Ziel stand kurz bevor. Zuerst mussten wir aber noch mit dem Zug nach Punt Muragl weiterfahren. Dies im Velowagen, weil der Zugführer nicht mehr länger warten wollte und uns in den erst besten Wagen scheuchte. Nun folgte der steile Aufstieg von Punt Muragl nach Muottas Muragl…aber zum Glück durften wir dazu die 2185m lange Standseilbahn benützen. Wer das Engadin sehen will, geht nach Muottas Muragl. Dieser Werbespruch aus einer Broschüre längst vergangener Zeiten ist heute noch gültig. Die Aussicht auf das Oberengadin ist einmalig!...wenn die Wolken die Sicht nicht trüben würden. Madlaina musste uns schon ein Bild schicken, damit alle wussten, wie schön die Aussicht von da oben wäre. In der Zwischenzeit hat ein leichter Regen eingesetzt, so dass wir das mitgebrachte Picknick freundlicherweise, dank Jacquelines Hartnäckigkeit, im Selbstbedienungsrestaurant geniessen durften.

Nach einer wärmenden Tasse Kaffee verloren wir keine Zeit und begaben uns über ein Schäumchen Schnee auf die Wanderung bis zur Alp Languard. Zwischendurch rissen die Wolken auf und wir konnten einen kurzen Blick auf die unter uns liegende Landschaft erhaschen, aber viel mehr lag nicht drin. Nach der Hälfte der Wanderung gab es zur Stärkung ein Glas Gipfelwein, bevor wir auch den Rest in einem ansprechenden Tempo hinter uns brachten. Auf der Alp Languard konnte ganz nach Lust und Laune Dessert, Kaffee, Bier oder Wein bestellt werden, bevor wir uns mit dem Sessellift bequem nach Pontresina hinuntergleiten liessen.

Ein nächster Höhepunkt folgte dann! Mit Ross und Wagen fuhren wir durch den zauberhaften Märchenwald (Stazerwald) bis zum Stazersee. Nach einer sehr lustigen Apéro-Pause mit einem Angriff auf unsere Lachmuskeln, führte der Weg weiter durch den Wald bis zur Jugendherberge von St. Moritz. Die wiederum zugelosten Zimmer wurden bezogen und nach einer warmen Dusche trafen wir uns zum Nachtessen. In einem heimeligen, für uns reservierten Stübli, genossen wir den Spaghettiplausch mit mehreren Saucen zur Auswahl. Nach einem lustigen Abend, begaben sich um Mitternacht einige direkt ins richtige Zimmer, andere klopften erst vergebens bei wildfremden Personen, bevor sie doch noch in ihr eigenes Bett schlüpften. Nach einer mehr oder weniger (Schnarch!!) ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Zmorge, war unser nächstes Ziel die Einkaufsmeile von St. Moritz. Nicht dass wir da etwas gekauft hätten, aber beim Flanieren haben wir gesehen, was man kaufen könnte, wenn man sich einen anderen Mann geangelt hätte. Aber eben, Geld ist ja bekanntlich nicht alles.

Weiter reisten wir wiederum mit dem Zug nach Zernez, dem letzten Ziel unserer Reise, nun wirklich in „Madlainas Heimat“. Im wunderschönen Restaurant des Hotels Bär-Post assen wir sehr feine Capuns. Nachdem der Hunger wieder gestillt war, führte uns Fiorina Gross, welche Madlaina schon als kleines Mädchen kannte, durch Zernez. Sie zeigte uns, wo Madlaina zur Schule ging, erklärte, wie die schönen Verzierungen an den typischen Engadinerhäusern entstehen, führte uns durchs Schloss Planta-Wildenberg, wo jetzt die Büros des Schweizerischen Nationalparks sind, zeigte uns die beiden Kirchen und erzählte uns ganz viel über die Geschichte von Zernez. Leider reichte die Zeit nicht mehr ganz für alles, aber den Rest der Geschichtsstunde erhielten wir per Whatsapp. Nun ging es schnell an den Bahnhof, wo schon Madlainas Vater mit einer Ladung Panaché auf uns wartete, damit wir auf der langen Heimreise sicher nicht verdursten mussten. Mit einer kleinen Verspätung wegen den Bauarbeiten an der Strasse in Niederbuchsiten kamen wir alle müde aber voll mit schönen, lustigen, kameradschaftlichen und einfach tollen Eindrücken wieder nach Hause zurück.

Madlaina und Jacqueline danken wir alle ganz herzlich für die sensationell tolle und einwandfrei organisierte Reise. Es hat uns an nichts gefehlt und auch wenn das Wetter nicht ganz mitgespielt hat, sind wir alle froh, dass ihr das Schönwetterprogramm durchgezogen habt und wir diese schöne Wanderung geniessen konnten. Es hat sicher vielen Frauen Lust auf Mehr gemacht und die eine oder andere Turnerin wird wohl, bei hoffentlich schönem Wetter, diese Reise noch einmal machen. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt! Danke!